Gegenwind im Reichswald

Brutvögel

Im südwestlichen Gebiet des Reichswaldes (Deutsches Eck, nahe Grafwegen) wurde im Jahr 2005 der Brutvogelbestand in Karten erfasst. Hierbei hat man nicht nur im Waldstück zwischen dem Kartenspielerweg und dem Königsmoor („Koningsven“) gezählt. Auch der Bestand in den halben „Jagen“ nördlich des Kartenspielerwegs wurde ermittelt. Und zwar bis eine „Jage vorbei am Genepperweg (Jage 29 und südliche Hälfte des „Jages“ 61). Es wurden alle Brutvogelarten inventarisiert.

Hinsichtlich der Vogelvielfalt schließt sich vor allem das westliche Gebiet dem angrenzenden St. Jansberg an. Aber auch entlang des Genneperweges gibt es Flächen mit einem reichen Vogelbestand. Vor allem Raubvögel gibt es dort viele. Habichte und Sperber werden in diesem Gebiet bereits seit Jahrzehnten von G. Müskens und anderen beobachtet.

Von den im Reichswald vorkommenden Habichten haben ungefähr 25% ihr Territorium im südlichen Gebiet des Waldes, also westlich des Kartenspielerweges. Zusätzlich begeben sich vier Vogelpaare aus dem Zentrum des Waldes auch am Südrand und im offenen Gebiet zwischen Milsbeek und Grunewald/ Ven-Zelderheide auf Futtersuche. Habichte fliegen während der Jagd üblicherweise über den Bäumen hinweg. Auch ihr Balzflug spielt sich in einer Höhe ab, in der die Rotorblätter der geplanten Windkraftturbinen kreisen sollen.

Dasselbe gilt für den Bussard, den im Reichswald am häufigsten vorkommenden Raubvogel. Alleine in dem untersuchten Gebiet waren im Jahr 2005 14 Territorien besetzt. All diese Bussarde suchen ihr Futter am liebsten im angrenzenden Königsmoor. Zu anderen vor Ort vorkommenden Raubvogelarten zählen: Turmfalke (1 Territorium); Sperber (4); Wespenbussard (1-2). Auch der Baumfalke wurde gesehen, allerdings ist seine genaue Brutstelle unbekannt.

Auch Eulen kommen im Reichswald vor. Der Waldkauz wurde in 13 Territorien angetroffen. Auch diese Vogelart findet entlang des südlichen Waldrandes ihr Futter. Die Waldohreule balzt und jagt vor allem entlang und oberhalb der Waldränder (5 Territorien). Auch die Schleiereule wurde mehrfach bei der Jagd am Waldesrand beobachtet. Eine Vogelart, die es immer weiter in den Westen zieht, und die vermutlich auch schon im Reichswald lebt, ist der Uhu. Nur 30km weiter südlich wurde der Uhu bereits beim Brüten beobachtet.

Weitere Vogelarten, die bei der Futtersuche oder der Balz von Windkraftturbinen geschädigt würden, sind beispielsweise: Der Kuckuck (im Jahr 2005 4 Territorien), Schwarzspecht (3), die Misteldrossel (8), Hohltaube sowie der Grünspecht (7). Aufgrund ihres Flugverhaltens können auch kleinere Vogelarten von den Rotorblättern der Windkraftturbinen getroffen werden. Beispiele sind der Fichtenkreuzschnabel, Kernbeißer, Baumpieper, die Heidelerche sowie der Zeisig. Es ist allerdings keineswegs so, als würden nur Waldvögel von Windkraftturbinen geschädigt. Auch Brutvögel des Königsmoors und De Banen laufen Gefahr. Um nur einige wenige zu nennen: der Kiebitz, die Feldlerche, der Austernfischer, die Wildente und Krickente. Bei ihnen allen handelt es sich um Vogelarten mit einem auffälligen Balzflug.

 

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