Gegenwind im Reichswald

Einwände

Unsere Initiative befürwortet erneuerbare Energien. Gegen den Bau von Windkraftanlagen im Reichswald spricht jedoch vieles. Wir finden:  

Der Wald sollte der allerletzte Standort sein, der für die Errichtung der Industrieanlagen in Erwägung gezogen wird.

Und zwar auf keinen Fall, bevor Speichertechnologien fertigentwickelt sind. Denn so lange kann die Stromnetzstabilität nur durch eine Zuschaltung konventioneller Kraftwerke gesichert werden. Besonders besorgniserregend in Deutschland: Aktuell drängen Kohlekraftwerke verhältnismäßig CO2-arme Gaskraftwerke aus dem Markt. Das Ergebnis ist der Ausstoß von zusätzlichem CO2. Dieses Phänomen wird als "Energiewende-Paradox" bezeichnet. Es verschlechtert die ohnehin schon negative Ökobilanz von Windkraft im Wald noch weiter. 

Nein zu Windkraftanlagen im Reichswald! Aus gutem Grund: 

  • Bebauung des bisher großräumig unzerschnittenen Waldes mit Industrieanlagen verringert den Natur- und Naherholungswert. Dabei ist unsere Region bereits verhältnismäßig waldarm. 
     
  • Bei den Flächen unter P1 (Kleve) großflächige Zerstörung des Waldes auch außerhalb der Konzentrationszonen für Zuwegungen und Kabeltrassen
     
  • Beeinträchtigung des nationalen Naturerbes am ehemaligen Truppenübungsplatz 
    (P1)
     
  • Der Reichswald ist Teil eines Biotop-Verbundsystems, das das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW als besonders bzw. in Teilen herausragend bedeutsam einstuft. Ein Eingriff an dieser Stelle ist nicht kompensierbar! 
     
  • Sowohl die von der Gemeinde Kranenburg als auch die von der Stadt Kleve ausgewiesenen Flächen befinden sich unweit des Natura 2000 Gebietes Geldenberg mit der Naturwaldzelle Rehsol und niederländischer Naturschutzgebiete. Das empfindliche Waldökosystem würde durch den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen massiv gestört bzw. geschädigt. 
     
  • Tötung von Brut-, Greif– und Zugvögeln sowie von Fledermäusen, derer Flugrouten über den Reichswald verlaufen
     
  • Unumkehrbare Schädigung kulturhistorisch bedeutsamer Merkmale des Reichswalds 
     
  • Risiko von Groß-Waldbränden bei technischen Defekten, Blitzeinschlägen usw. Wegen der großen Höhe moderner Windkraftanlagen können Brände nicht gelöscht werden. "Kontrolliertes Abbrennen" lautet die einzige vom Feuerwehrverband angeordnete Einsatzstrategie. Was bedeutet diese Strategie bei einem Brand im trockenen Hochsommer?
     
  • Sich mehrende Anzeichen, dass großflächige Rodungen zu einem Nitrateintrag ins Grundwasser führen 
     

Zu bedenken ist, dass auch nach dem möglichen Abbau der Anlagen samt Fundamenten eine Wiederaufforstung nicht möglich ist. Hierfür ist der Boden dann zu stark verdichtet.

 

Windkraftanlagen bei Helpershain-Meiches: Nach dem Bau der ersten Windkraftanlage ist die Umwandlung des Waldes in ein Industriegebiet besiegelt.