Gegenwind im Reichswald

Motive

Bis zum Juni 2011 waren Wälder für den Bau von Windkraftanlagen tabu. Erst der danach inkraft getretene Windenergieerlass erklärt Waldstandorte in bestimmten Fällen für zulässig. Hierzu zählen vor allem Kahlflächen, die z.B. durch Stürme wie Kyrill im Januar 2007 entstanden sind. Im Reichswald gibt es solche Flächen jedoch nicht.

Warum ist das Interesse trotzdem so groß, den Bau der Anlagen in unserem Wald zu ermöglichen? Weil Windkraftanlagen u.a. Dank des Erneuerbare-Energieen-Gesetzes für verschiedene Akteure eine sprudelnde Einnahmequelle darstellen. Zu den Profiteuren zählen neben Gutachtern, Betreibern und Projektierern auch Kommunen und Eigentümer der Flächen. Vor allem für letztere sind die Groß-Projekte besonders attraktiv: Sie erzielen über einen Zeitraum von rund 20 Jahren gesicherte Pachteinnahmen, die ein vielfaches einer alternativen Nutzung betragen.  

Gerechtfertigt werden die Planungen im Reichswald oft mit dem Vorkommen von Nadelholzbeständen, die als "minderwertig" bezeichnet werden. Diese Argumentation halten wir für unzulässig: 

  • Die Nadelholzbestände im Reichswald entwickeln sich seit Jahren zu Mischwald. Reine Monokulturen, die der Windenergieerlass als ggf. zulässige Standorte für Windkraftanlagen erachtet, gibt es im Reichswald nicht.
     
  • Ökonomisch gesehen mögen Kieferbestände minderwertig sein. Ökologisch gesehen sind sie jedoch wertvoll. Angesichts der Bodenzusammenstellung ist das v.a. im Reichswald der Fall.
     
  • Der Großteil der Nadelgehölze ist in Laubholzbestände eingebettet. Auch hier müsste großflächig für Zuwegungen und die Verlegung von Kabeltrassen gerodet werden. 
     
  • Angesichts der gigantischen Ausmaße von Windkraft-Baustellen im Reichswald ist die Rodung bzw. ein späteres Abstärben auch von Laubgehölzen gewiss. 


Deshalb: Nein zu Windkraftanlagen im Reichswald! 

 

Windkraft-Baustelle im Wald bei Ebnat-Ochsenberg (Baden-Württemberg)