Gegenwind im Reichswald

Säugetiere

Es ist bekannt, dass verschiedene Fledermausarten am Waldrand sowie am Kartenspielerweg ihre Futterreviere haben. In Kürze sind weitere Untersuchengen diesbezüglich geplant. U.a. Studien des Michael-Otto-Instituts belegen, dass Fledermäuse an auf Waldflächen errichteten Windkraftturbinen in deutlich größeren Zahlen verenden als an Windenergieanlagen an anderen Standorten. Sie kollidieren mit den rotierenden Flügeln der Turbinen. Auch leiden sie unter dem von ihnen verursachten Lärm und unter Luftdruckschwankungen.

Zu anderen sehr wichtigen in diesem Gebiet vorkommenden Säugetieren zählen der Rothirsch, der Dachs sowie das Wildschwein. Die Entwicklung des Königsmoors, an der das Forstamt beteiligt ist, dient nicht zuletzt dazu, Rothirsche aus dem Wald zu locken und neue Futterreviere für sie zu schaffen. Der Rothirsch bevorzugt ruhige Lebensräume. Flächen, auf denen Windkraftturbinen aufgestellt sind, wird er meiden. Wie ist es möglich, dass man einerseits versucht, den Lebensraum von Rothirschen auf das offene südliche Grenzgebiet zu erweitern und dieses Gebiet gleichzeitig durch die Errichtung eines Windparks genau zwischen der Ruhezone und dem Futtergebiet blockiert?

Auch der Dachs ist ein störungsempfindliches Tier, das zudem feste Gewohnheiten hat. Er bewegt sich am liebsten immer entlang derselben Strecken. An der Waldrandzone befindet sich eine sehr alte und sehr große Dachskolonie. In den guten Jahren im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts hat man hier bis zu hundert (!) genutzte unterirdische Gänge gezählt. Das Anlegen der Seen von De Banen hat zu einem Rückgang der Population geführt. Dennoch ist das Gebiet für den Dachs noch immer sehr wichtig. Da der Dachs nicht zu den geschützten Tierarten zählt, ist zu befürchten, dass bei einem Bau des Windparks auf die Lage seines Gang- und Höhlensystems keine Rücksicht genommen werden wird. Es besteht kein Zweifel darüber, dass dies fatale Folgen für den Dachs haben wird.